Schleswig-Holstein stöhnt mit Norddeutschland und Skandinavien unter Hitze und Trockenheit. Auch Holzboote leiden, sofern sie auf dem Trockenen sind. Das betrifft auch Hein Meister, der weiter in der Halle der Werft Modersitzki in Maasholm liegt. Aber ein Ende ist abzusehen. Der Kahn ist schon weitgehend fertig und er ist eine Augenweide. Das zeigen auch die Fotos. Der Rumpf ist mit einem wunderbar anzusehenden Decksprung gebaut. Er sieht aus, als könne er nicht länger warten, endlich in den Schleiwellen zu segeln. Sobald die Lackierarbeiten abgeschlossen sind, wird Hein Meister zu Wasser gelassen, um sich wieder in der Schlei heimisch zu fühlen.

Nun sieht Hein Meister schon fast wieder wie ein Holmer Kahn aus, drei von vier Planken sind an der Steuerbordseite fertig. Kirchlichen Segen und viele interessierte Gespräche gab es beim Regionalgottesdienst der Ostangler Kirchengemeinden am Pfingstmontag in der Modersitzki-Werft. Fünf Pastor*Innen wirkten mit, u.a. Dr.Karsten Petersen, Pastor aus Kappeln. Am Ende durfte HSVS-Vörsitter das Projekt Restausierung des Schleikahns Hein Meister der versammelten Gemeinde vorstellen. Den Maasholmerinnen und Maasholmern gefiel das sehr.

30.4.18 – Besuch auf der Modersitzki-Werft, da herrscht Hochbetrieb, es wird geslippt, dass der Krandraht glüht. Das heißt leider auch, dass zur Zeit nicht viel bei Hein Meister passiert. Immerhin die zweit Planke ist rundherum fertig angebaut. Die vorbereiteten Eichenplanken werden im Dampfofen geschmeidig gemacht, dann angepasst, verschraubt und miteinander vernietet. Die Kupfernieten glänzen. Zwei Planken – das heißt „Halbzeit“! Allmählich sieht Hein Meister schon wieder nach einem Kahn aus. Der alte Schwertkasten ist mit dem neuen Boden verschraubt. Die schweren Eisengewichte biegen den Boden durch, damit der Kahn die geschwungene Form erhält, die er in den Wellen auf der Schlei und der Ostsee braucht.

Die zweite Planke ist rundrum fertig. Auf der Modersitzki herrscht Hochbetrieb. Allerdings überwiegend am Kran, bis die Drahtseile glühen werden hier Schiffe zu Wasser gelassen. Bei Hein Meister dagegen ruht der Hobel. Wir gedulden uns: Gut Ding will Weile haben. Immerhin, die zweite Planke ist rund herum angebracht, schöne und saubere Arbeit. Unter Dampf werden die Eichenplanken im Dampfofen weich gemacht und dann angepasst.

Die Ereignisse im Zusammenhang mit den Einleitungen geschredderter Kunststoffpartikel aus dem Schleswiger Klärwerk in die Schlei haben viele Menschen auf den Plan gerufen. Das öffentliche Interesse daran ist zu begrüßen. Leider ist dieses Problem absolut nicht das einzige. Die weltweite Vermüllung der Gewässer und Meere lässt die Schlei nicht außen vor. Der größte Teil des wasserbelastenden Plastiks stammt aus (Verpackungs-)Müll. Dieser Unrat liegt an viel zu vielen Orten auch in Schleswig und im Kreis herum, was aufmerksamen Bürgern und allen, die zur Zeit Müll sammeln, nicht entgeht. Plastikmüll fliegt z.B. von Baustellen, aus zerrissenen gelben Säcken in die Natur, aber er wird auch manchmal unachtsam oder absichtlich, heimlich und kriminell … Weiterlesen